Und so kochen wir in der Braugasse 2 für Sie noch heute.
Pickert - das ist der Inbegriff der lippischen Küche:
Das "Lippische Nationalgericht". deshalb sagt man im Lipperland auch so vortrefflich:"Pickert, dat es eun Gericht, up dat olle sind erpicht." Einem echten Lipper muß man daher nicht erklären, was ein Pickert ist.
Und manchmal greift er auch zur Poesie:
Pickert ist die beste Speise - Pickert ist mein Leibgericht. Ihm zuliebe spar ich weise und mit fröhlichem Verzicht- Brot - jedoch die Butter nicht. Mancher vornehm reiche Knabe schlemmt in Dingen ohne Zahl. Wenn ich Lipp`schen Pickert habe, pfeif ich auf ein Fürstenmahl, und ich steh wie`n Eichenpfahl.(Was auch immer mit dem letzten Satz gemeit sei)
Für "Zugereiste" und andere "Nicht-Lipper" läßt er sich auf eine Kurzformel , nämlich "Kartoffelpfannkuchen" bringen. Darunter kann man sich dann zwar noch nichts Genaues vorstellen, aber die zwei wichtigsten Zutaten sind schon mal klar: Kartoffel und Mehl.
Den Pickert kennt man erst seit knapp 200 Jahren. Die Kartoffel stammt bekanntlich aus Südamerika und wurde erst im 16. Jahrhundert von Seefahrern nach Spanien gebracht. Bis sie auch in Lippe auftauchte, dauerte es noch einige Zeit. Der erste Lipper, der die Kartoffel 1705 aus der Fremde mitbrachte, soll der Ziegler Mischen aus Tintrup gewesen sein. Dass der Pickert in Lippe so beliebt wurde, liegt sicherlich nicht nur daran, dass auch die ärmsten Bevölkerungsschichten Kartoffeln und Buchweizwn anbauen bzw. billig einkaufen konnten. Entscheidend war mit Sicherheit auch, dass er mit minimalen Fettmengen gebacken werden konnte, es reichte nämlich schon völlig aus, die Herdplatte mit einer Speckschwarte einzureiben.
Und wie geht das nun mit dem Pickert backen? Schauen Sie nach unter Rezept-Tip
Von altersher bevorzugten die Lipper Suppen und Eintöpfe.
So gab es bereits frühmorgens, zum ersten Frühstück ein Süppchen, dass aber nur wenig Grütze, Mehl oder Milch enthielt und von den Lippern als Plürre bezeichnet wurde.
Eine Suppe, wie von uns in der Braugasseangeboten, gab es nur an Sonn – und Feiertagen. Siehe unter unsere Angebote
Zum Eintopfsonntag:
Was in vielen Töpfen schichtet
Und dem Stümper nicht gedeiht,
macht in einen Topf geschichtet,
ganze Kunst zur Köstlichkeit!
Und an solchem Maß gemessen,
mundet uns das Eintopfessen.
Ja, es ist in diesem Licht
Nicht einmal mehr ein Verzicht!
Dieses Eintopfgedicht stammt von Wilhelm Busch
Und - um es mit "Eugen Roth" zu sagen:
Ein Mensch gelang es mit Müh und Not,
vom Nichts zum ersten Stückchen Brot.
Vom Brot zur Wurst geht`s dann schon besser,
Der Mensch entwickelt sich zum Fresser
Und sitzt nun scheinbar ohne Kummer,
als reicher Mann bei Sekt und Hummer.
Doch sieh, zu Ende ist die Leiter
vom Hummer aus geht`s nicht mehr weiter.
Beim Brot, so meint er, war das Glück. -
Doch findet er nicht mehr zurück!
Hummer bekommen Sie bei uns nicht, aber leckeres Schmalzbrot - Schmalz selbstverständlich selbstgemacht. So fällt der Weg zurück zum Brot doch wirklich nicht schwer.